Medienmitteilung vom 29. Mai 2026: Kritische Fragen zum „Masterplan Stadtraum Bahnhof Wetzikon“

Im Abstimmungsbüchlein zum kommunalen «Masterplan Stadtraum Bahnhof Wetzikon» steht, das Parlament habe dieser Kreditvorlage «gemäss den Anträgen der vorberatenden Spezialkommission und der SVP-Fraktion» zugestimmt. Der SVP Wetzikon ist es ein Anliegen, diese missverständliche, wenn nicht gar tendenziöse und manipulative Aussage richtigzustellen, damit bei den Stimmbürgern keine falsche Vorstellung entstehen. Es ist der SVP zu verdanken, dass wir am 14. Juni 2026 nicht über einen 90-Millionen-Kredit, sondern «nur» über einen 82-Millionen-Kredit abstimmen. Obschon die SVP-Fraktion mit einem ihrer Kürzungsanträge Erfolg hatte, hat sie den Masterplan in der Schlussabstimmung des Wetziker Parlaments ohne Gegenstimmen abgelehnt.
Dies aus guten Gründen: Das gigantomanische Projekt enthält keinerlei Priorisierung der Investitionen. Weder die Notwendigkeit noch die Höhe oder der Zeitpunkt der einzelnen Teilschritte wurde kritisch hinterfragt. Aus gescheiterten früheren Bushof-Projekten scheinen die Verantwortlichen nichts gelernt zu haben. Vielmehr wollen sie offenbar noch eins draufsetzen und unsere Stadt auf Generationen hinaus verschulden. Es ist bezeichnend, dass sich im Wetziker Parlament fast nur die SVP gegen diesen Wahnsinn gewehrt hat.
Nun scheint der Wind aber allmählich zu drehen: In der breiten Bevölkerung – auch in SVP-fernen Kreisen – regt sich immer mehr Kritik am überrissenen Rahmenkredit. Zu Recht weist etwa das «Team Stadtentwicklung» darauf hin, dass der Masterplan wenig nachhaltig ist, dass verbindliche Absprachen unter den Beteiligten weitgehend fehlen und dass eine Massnahme wie die Begradigung der südlichen Personenunterführung wenig bringt, jedoch rund 20 Millionen Franken kostet. Zu Recht wird ausserdem kritisiert, dass in den Medien keine vertiefte Diskussion über dieses Monsterprojekt stattfindet.
Nicht zuletzt stellt sich die Frage, wer eigentlich die teure Abstimmungskampagne der Rahmenkredit-Befürworter finanziert.
- Den Wetziker Haushalten wurden ein hochwertig produzierter Flyer mit «Informationen» zugestellt.
- Im öffentlichen Raum sind vielerorts Hohlkammerplakate zu sehen.
- Es fand eine Reihe von öffentlichen «Informationsveranstaltungen» statt.
- Die Befürworter haben eine aufwendig gestaltete Website kreiert.
Bei diesen Aktivitäten lässt sich die Stadt von einer externen Kommunikationsagentur unterstützen. Alleine deren Dienste dürften einen fünf- oder sechsstelligen Betrag gekostet haben. Ungewiss ist, ob der Stimmbürger die opulente Kampagne, mit welcher er nun berieselt wird, nicht indirekt oder direkt selbst bezahlt. Wo endet eigentlich der Informationsauftrag der Stadtoberen und wo beginnt die Staatspropaganda? Es ist erstaunlich, dass dies alles bislang niemandem eine Diskussion wert war.
Einmal mehr hat es die Wetziker Stimmbevölkerung am 14. Juni 2026 in der Hand, ob einem überzogenen Projekt noch rechtzeitig der Stecker gezogen werden kann und der Weg frei gemacht wird für eine schrittweise, nachhaltige Entwicklung des Bahnhofsareals zum Wohle aller.
SVP Wetzikon
